LcS in den Leitlinien

Probiotika beim Reizdarm-Syndrom:

Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt den probatorischen Einsatz ausgewählter Probiotika in der Behandlung des Reizdarm-Syndroms, wobei die Wahl des Stammes nach der Symptomatik erfolgt (Evidenz A). Eine Evidenz zum Einsatz von Lactobacillus casei Shirota liegt ausdrücklich beim Schmerz-/Blähtyp und dem Obstipationstyp vor.

Originalpublikation

Layer P et al (2011). S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs und Stoffwechselkrankheiten und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität. Z Gastroenterol 49:237-293 (AWMF)

 

Probiotika bei Chronischer Obstipation:

Neben konventionellen Laxanzien und Ballaststoffen können laut der aktuellen S2K-Leitlinie auch Probiotika eingesetzt werden. Eine gute Verträglichkeit und Sicherheit wird auch bei Kindern und Schwangerschaftsobstipation bestätigt. Wissenschaftliche Studien belegen die Wirksamkeit von Lactobacillus casei Shirota und dessen positive Effekt auf die Stuhlfrequenz und -konsistenz sowie die Kolontransitzeit.

Originalpublikation

Andresen V et al (2013). S2K-Leitlinie Chronische Obstipation: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Z Gastroenterol 51:651-672 (AMWF)

Meta-Analysen

Zu bestimmten Indikationen wurden sogenannte Meta-Analysen durchgeführt. Diese fassen die Daten aus sämtlichen publizierten Studien mit verschiedenen Probiotika-Stämmen zusammen und werten sie quantitativ statistisch aus.

  • Diarrhö (AAD)

    Die Ergebnisse aus insgesamt 63 kontrollierten Studien mit 11.811 Probanden zeigen, dass der Einsatz von Probiotika bei Antibiotikagabe das Risiko einer Antibiotika-assoziierten Diarrhö statistisch signifikant um 42% senken (Hempel et al., 2012).

  • Atemwegsinfekte

    Eine Meta-Analyse der Cochrone Database aus 10 kontrollierten Studien mit 3.451 Probanden zeigt, dass Probiotika das Auftreten von Atemwegsinfekten und den Antibiotikaeinsatz reduzieren können im Vergleich zu Placebo (Hao et al., 2011).

  • Allergien

    Eine Meta-Analyse von 14 Placebo-kontrollierten Studien zu Allergien kommt zu dem Fazit, dass Probiotika das Auftreten atopischer Ekzeme moderat reduzieren (Pelucchi et al., 2012). Eine Veröffentlichung des IQWIG bestätigt diese Wirkungsaussage.