Verbesserung von  Fettleber-Werten durch Synbiotika

Die üblichen Therapiestrategien der Fettleber bieten bei Normalgewichtigen bisher keine effektive Option. Ein Voranschreiten der Erkrankung hat irreversible Leberschädigungen zur Folge. Im British Journal of Nutrition berichten Forscher von Verbesserungen durch die zusätzliche Gabe von Synbiotika.

Bei einer nicht-alkoholischen Fettleber (NAFLD) lagern sich vermehrt Fette in die Leberzellen ein, was nicht durch Alkoholkonsum verursacht wird. Bleibt dies unentdeckt oder unbehandelt kommen Entzündungen hinzu und die Leberstruktur beginnt sich zu verändern (Leberfibrose). Was genau eine Fettleber verursacht, ist noch unklar. Allerdings gilt Übergewicht als Hauptrisikofaktor der NAFLD. Zur Therapie wird also standardmäßig Gewichtsabnahme durch Umstellung der Ernährung zusammen mit mehr Bewegung verordnet. Aber auch Normalgewichtige können eine Fettleber entwickeln, die statt Gewichtsabnahme andere Strategien benötigt.

Iranische Forscher zeigten bereits verbesserte Therapierfolge in einer klinischen Studie bei Übergewichtigen mit NAFLD durch die zusätzliche Gabe von Synbiotika (Prä- und Probiotika). Diesen Ansatz untersuchte die gleiche Forschungsgruppe in einer doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie bei Normalgewichtigen mit NAFLD.   Für den Zeitraum von 28 Wochen erhielten 25 Teilnehmer täglich 2 Kapseln Synbiotika (2 x 108 Bakterien und 125 mg Fruktooligosaccharid pro Kapsel*), 25 Teilnehmer einen Placebo. Teilnehmer verpflichteten sich zu einem gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung. Zu Beginn und nach Beendigung der Intervention wurde Fetteinlagerung gemessen sowie Leber-spezifische Enzyme und Entzündungsmarker.

Grafik: Signifikante Abnahme der Leberverfettung (Steatose) durch Synbiotika-Gabe (p<0,001). Gemessen wurde der FibroScan CAP Score vor und nach der 28-wöchigen Intervention.

Grafik: Verringerte Werte  entzündlicher Leberprozesse nach 28-wöchiger Synbiotika-Gabe. Die Mittelwerte des Entzündungsmarkers C-reaktives Protein (hs-CRP) als auch das Leberenzym Aspartat-Aminotransferase (AST) wurden durch Synbiotika signifikant reduziert (p<0.05 und  p=0.005).

Die Ergebnisse zeigten, dass sich unter Synbiotika-Gabe die Fetteinlagerung, d.h. die Steatose signifikant verringerte (p<0,001). Leber-spezifische Enzyme wie z.B. die Aspartat-Aminotransferase, die indikativ für eine Leberschädigung ist, waren nach 7 Monaten Synbiotika-Gabe reduziert. Weiterhin verbesserten sich die Entzündungswerte im Körper: Das C-reaktive Protein hs-CRP nahm in der Synbiotika Gruppe signifikant ab (p<0,05).

Eine synbiotische Intervention verbessert also wichtige Marker der Fettleber sowohl bei Patienten mit Normalgewicht als auch mit Übergewicht. Die gemeinsame Gabe von Probiotika mit Präbiotika könnte dazu beitragen, im Darm hilfreiche Metabolite wie z.B. kurzkettige Fettsäuren zu produzieren oder generell das Immunsystem des Darms positiv beeinflussen. Über das enge Beziehungsgeflecht zwischen Darm und Leber könnten  sich diese regulierenden Stoffe hilfreich auf die Fettleber auswirken, genaue Mechanismen sind bisher noch nicht bekannt.

* beinhaltet Lactobacillus casei, L. rhamnosus, L. acidophilus and L. bulgaricus, Streptococcus thermophilus, Bifidobacterium breve, B. longum, und 125mg Fruktooligosaccharid als Prebiotika.

Originalpublikation

Mofidi F, Poustchi H, Yari Z, Nourinayyer B, Merat S, Sharafkhah M, Malekzadeh R, Hekmatdoost A (2017). Synbiotic supplementation in lean patients with non-alcoholic fatty liver disease: a pilot, randomised, double-blind, placebo-controlled, clinical trial. Br J Nutr 117:662-668. doi: 10.1017/S0007114517000204.

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