L. casei Shirota und
Antibiotika-assoziierte Diarrhöen

HINTERGRUND

Eine Antibiotika-assoziierte Diarrhö (AAD) ist mit 2–25% eine häufige Nebenwirkung einer antibiotischen Therapie. Bei 25% der Betroffenen zeigt sich außerdem eine Infektion mit Clostridium difficile (Clostridioides difficile, C. difficile), welche zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann.

25 %

der Betroffenen zeigen eine Infektion mit Clostridium difficile (C. difficile).

Die tägliche Aufnahme von Lactobacillus casei Shirota
(L. casei Shirota, LcS) über vier Wochen

 

  • konnte das Auftreten von Antibiotika-assoziierter Diarrhö (AAD) um 73 % reduzieren (p<0,001)
  • senkte das Risiko einer C. difficile Infektion um 95 % im Vergleich zur Kontrolle (p<0,001)
  • konnte eine deutliche Reduktion der Gesamtbakterienzahl durch die Antibiose nicht verhindern; jedoch zeigte sich, dass die mikrobielle Diversität in der LcS Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe höher blieb.

Grafik: Reduzierung von AAD und Clostridium difficile Infektion durch LcS.
*p<0.001

Studiendesign:
Open-label

Antibiotika-Probiotika-Gruppe
340 Patienten (182 weiblich und 158 männlich im Durschnittsalter von 71 Jahren) tranken während der Antibiotikagabe und drei weitere Tage täglich das probiotische Getränk Yakult mit 6,5 x 109 lebenden LcS Bakterien.

Antibiotika-Gruppe
338 Teilnehmer (172 weiblich und 166 männlich im Durchschnittslter von 69 Jahren) wurden nur mit Antibiotika behandelt.

Untersuchungsparameter und verwendete Methoden

  • Monitoring von auftretenden Diarrhöen
  • Vorkommen von C. difficile-Toxinen in Stuhlproben
  • In einer Untergruppe von 56 Patienten wurde die Mikrobiota in Stuhlproben mittels 16S rRNA basierter qPCR und PCR/DGGE Methoden analysiert.

Die Studie zeigt, dass L. casei Shirota

 

  • das Risiko von Antibiotika-assoziierten Diarrhöen (AAD) senken und
  • im Falle einer AAD einer Infektion mit C. difficile vorbeugen kann.

EMPFEHLUNG

Rückfälle von Clostridium difficile Infektionen sind besonders bei älteren Patienten nicht selten (10 – 20 %). Das Robert-Koch-Institut (RKI) rät bei einer wiederkehrenden C. difficile Infektion zu einer antimikrobiellen Intervalltherapie in Kombination mit Probiotika.

Referenzen:

Pirker et al. Effects of antibiotic therapy on the gastrointestinal microbiota and the influence of Lactobacillus casei. Food and Agricultural Immunology, 2012: 24, 315-330.
Stockenhuber et al. Preventing antibiotic associated diarrhea using a probiotic Lactobacillus casei preparation. Gut, 2008: 57 Suppl II: A20

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Clostridium.html (Stand: 12. April 2021)